|
Abschliffstadien
|
Durch
kontinuierliches Abschleifen verändern sich beim Damaszenerstahl
die Muster. Besonders stark fällt dies bei den tordierten
Damastarten ins Gewicht. Bei den wilden Damastsorten wird durch
schräges Anschleifen das Bild erst interessant und lebhaft.
|
|
Abziehbilder
|
Beim
zusätzlichen Dekorieren von Damaststahl benutzt man zum Teil durch
Umdruck auf Seidenpapier entstandene Abziehbilder, die einen Aufdruck
eines noch klebrigen Abdeckmittels haben. Diese Abziehbilder
können aufgerieben werden, und das Seidenpapier wird durch
Anfeuchten mit Wasser entfernt.
|
|
Ätzdekor
|
Bei Klingen und
besonders bei Damaszenerklingen war es in Europa (19.-20. Jahrhdt.) sehr
beliebt, diese durch Ätzdekor zu verschönern.
Dieses Ätzdekor, in Solingen auch Damaszierung genannt, ist oft
zusätzlich vergoldet und gebläut. Im 18. Jahrhundert beginnt
die Ätzdekorierung auf Klingen mit Strichätzung in
Radiertechnik. Im 19. Jahrhundert wird die Drucktechnik (Lithographie)
eingesetzt, um Abziehbilder herzustellen, die das Ätzdekorieren
vereinfachten.
Von Hand wurde das sog. Schattieren gemacht, eine Linienzeichnung oder
Strichlagen (Schatten) auf eine erhaben stehengebliebenen
Ätzfläche. Heute wird bei der Ätzdekoration auch der
Siebdruck eingesetzt.
|
|
Ätzen
|
ist schon lange
bekannt. Schon Albrecht Dürer stellte Eisenradierungen her. Die
meisten alten Beispiele für Ätzungen auf Eisen kennen wir von
den ätzdekorierten Harnischen.
Ätzmittel sind organische oder anorganische Säuren. Bei den
organischen Säuren sind am bekanntesten die Obstsäuren und
hier wieder die Zitronensäure (Saft von Lemonen). Heute werden
meist anorganische Säuren zum Ätzen verwendet.
Für die Hoch- und Tiefätzung auf Eisen spielt die
Salpetersäure (HNO3) die größte Rolle.
Um den Schweißdamast sichtbar zu machen, bedient man sich der
Schwefelsäure (H2SO4).
Unter der Salzlösung spielt Eisenchlorid die größte
Rolle. Eisenchloridlösung kann besonders gut bei der
Strichätzung eingesetzt werden.
|
|
Agricola
|
Georg; 1494 -
1555; berühmt durch sein Werk "Vom Berg- und Hüttenwesen".
Agricola ist der bedeutendste Erforscher des mittelalterlichen Berg- und
Hüttenwesens. Sein Werk ist besonders interessant durch seine
große Zahl an hervorragenden Holzschnitten. Heute gibt es die
"Georg-Agricola-Gesellschaft zur Förderung der Geschichte der
Naturwissenschaften und der Technik".
|
|
Al dimaschqi
|
= aus Damaskus; Al
bedeutet "aus"; bei orientalischen Damastsorten hat man häufig
Bezeichnungen, di mit al beginnen (al Basri = aus Basra, al Hindi = aus
Indien).
|
|
Al Kindi
|
Arabischer Autor;
9. Jahrhdt. n. Chr.; berichtete, daß fränkische und nordische
Schwerter im Orient hochgeschätzt wurden.
|
|
Alter
|
des Damaststahls;
Der Schweißverbundstahl kann mit Sicherheit schon 500 v. Chr.
nachgewiesen werden (La Téne). Schon in der späten
Römerzeit kann man von technisch ausgereiften Damaszenerschwertern
sprechen. Den Wootzstahl kann man erst ab dem 14. - 15. Jhdt.
nachweisen; die schönsten Wootzstahlsorten sind aus dem 17. - 18.
Jhdt. In anderen
Ländern kommt der Damaststahl nicht früher vor als zu den hier
genannten Daten, z.B. in Japan oder Indonesien. Selbstverständlich
muß eingeräumt werden, daß dies der Stand der
augenblicklichen Forschung ist.
|
|
Anätzen
|
Damaszenerstahl
wird in der Regel - um die Maserung sichtbar zu machen - mehr oder
weniger stark angeätzt. Dieser Vorgang nennt sich in Solingen "den
Damast ausziehen". Bei den Schweißdamasten hat sich für
diese Arbeit die chemisch reine Schwefelsäure bewährt, ca.
auf 30 % verdünnt; meist wird diese verdünnte Säure
siedend heiß benutzt. Für den orientalischen Wootz ist das
Schwefelsäureverfahren nicht geeignet. Bei Wootz werden sehr stark
verdünnte Säuren benutzt, zum Teil etwa 1%ig. Ein altes
Ätzmittel für Wootz ist Zamk.
|
|
Angel
|
Bei Degen- und
Säbelklingen des 19. - 20. Jhdt. findet man die sog. Angelstempel
oder Angelzeichen. Diese Zeichen sind für den Träger einer
Blankwaffe unsichtbar. Bei Damastklingen kann man feststellen, welcher
Schmied die Klinge gefertigt hat; ein häufig vorkommendes Zeichen
ist M+D= Max Dinger.
|
|
Anossow
|
Pawel Pioztowicz,
General-Major; war Direktor der Slatouster Hütte; hat sich in der
1. Hälfte des 19. Jhdt. um die Erforschung des indischen Stahls
(Wootz) sehr verdient gemacht; entwickelte den russischen Wootz "Bulat"
und veröffentlichte seine Erfahrungen unter anderem im Gomy
Journal 1841.
|
|
Anstee
|
John
W.;Veröffentlichungen über Damast-
schwertern, u. a.: "The Forging of a Pattern - welded Sword in H. R.
Ellis Davidson", "The Sword in Angl-Saxon", England, Oxford, 1962.
|
|
Arsen
|
kommt in
Indonesien als verwittertes Auri-
pigment vor. Dieses Arsenoxyd wird pulverisiert und mit dem Saft der
Lemonen vermischt. Diese Mischung wird nun als Ätzmittel für
Krise benutzt. Durch den entstehenden metallischen Arsenniederschlag
sind die Klingen tiefschwarz bis auf die freibleibenden nickelhaltigen
Adern.
Weiter hat man Arsen als Eisenarsenlegierung in
Schweißnähten gefunden (z.B. bei Kettenbrücken in
Nepal). Die Eisenarsen-
legierung senkt die Schweißtemperatur.
|
|
Assad Ullah
|
Sagenhafter
Schmied aus Persien; war angeblich der Leibschmied Schah Abbas des
Großen (1585 - 1627). Die Signatur Assad Ullahs befindet sich auf
vielen Wootz Shamshir-Klingen. Leider lassen sich mögliche
Original- von Signaturgefälschten Klingen kaum unterscheiden.
|
|
Auripigment
|
arsenhaltiges
Mineral; wird zum Ätzen und Färben von Krisklingen
benötigt; indonesischer Name = warangan.
|
|
Ausrecken
|
Das in die
Länge Schmieden eines Damastpaketes zu einer Stange oder Klinge im
Gegensatz zum Breiten.
|
|
Ausschmieden
|
eines
Rohdamaststückes zu fertigen Klingen, Läufen, usw. Das
Schmieden erfolgt in allen Richtungen; eventuell auch Gesenkschmieden.
|
|
Ausziehen
|
Solinger
Fachbegriff für das Sichtbarmachen des Damastmusters durch
Säure.
|
|
Ayasugi Hada
|
Damastmuster bei
japanischen Klingen; besonders angewendet von Gassan. Ayasugi Hada hat
Ähnlichkeit mit dem europäischen Banddamast Solinger Machart.
Das Muster entsteht durch Wegmeißeln von kleinen Mulden in
regelmäßigen Abständen bei der Rohklinge.
|